Wenn Marketing und IT aneinander vorbeireden – und wie wir das ändern können

Ich arbeite seit über zehn Jahren im Marketing und beobachte dabei immer wieder dasselbe Phänomen: Marketing und IT sprechen nicht dieselbe Sprache. Beide verfolgen letztlich dasselbe Ziel – den Unternehmenserfolg –, geraten dabei aber oft aneinander.

In vielen Marketingabteilungen arbeiten ambitionierte, kreative Menschen mit dem klaren Ziel, ihre Rolle im Unternehmen zu transformieren: Weg von der operativen Einheit, die Events organisiert und Broschüren produziert – hin zu einer strategischen Kraft, die einen messbaren Beitrag zum Unternehmenswachstum leistet.

Damit dieser Wandel gelingt, braucht es zwei Dinge:

  1. das nötige Standing im Unternehmen,

  2. und die passenden digitalen Werkzeuge, die diesen strategischen Ansatz ermöglichen.

 

Warum Technologie der Schlüssel zur Marketing-Transformation ist

Strategisches Marketing bedeutet heute: aus anonymen Kontakten qualifizierte Leads zu machen – und diese nahtlos an den Vertrieb zu übergeben.
Das ist der Kern moderner, wachstumsorientierter Marketingarbeit.

Doch um das umzusetzen, reicht ein einzelnes Tool längst nicht mehr.
Was es braucht, ist ein durchdachtes digitales Ökosystem:

  • ein CRM, das Kundendaten strukturiert abbildet,

  • ein Marketing Automation Tool, das gezielte Kampagnen steuert,

  • ein CMS, das flexibel mit dem Marketing Automation Tool verbunden ist,

  • ein PIM für konsistente Produktinformationen,

  • und ein DAM, das alle relevanten Inhalte und Assets zentral verwaltet.

Nur wenn diese Systeme miteinander sprechen, kann Marketing wirklich datengetrieben, effizient und skalierbar arbeiten.

 

Warum es trotzdem oft scheitert

Hier beginnt das eigentliche Problem: Marketing versteht das „Warum“, IT das „Wie“.
Doch zwischen beiden klafft häufig eine Übersetzungs­lücke.

  • Die IT spricht von Schnittstellen, APIs, Single Sign-on und Security-Prozessen.

  • Das Marketing spricht von Kampagnen, Customer Journeys und Touchpoints.

Beide haben recht – aber reden aneinander vorbei. Dazu kommt: In vielen Unternehmen genießt die IT naturgemäß Priorität für Kernprozesse wie Produktion oder Logistik. Marketing muss sich seine Anliegen erkämpfen – oft nicht nur für das gewünschte Tool, sondern schon für die Aufmerksamkeit der IT. Gleichzeitig ärgert sich die IT über unklare Anforderungen oder schlecht vorbereitete Tool-Anträge.

 

Was erfolgreiche Unternehmen anders machen

In den letzten Jahren habe ich gelernt: Der Schlüssel liegt in der Führung.
Wenn Führungskräfte aus Marketing und IT gemeinsam an einem Strang ziehen, verändert sich alles.

Erfolgreiche Unternehmen schaffen:

  • gemeinsame Vorprojekte, in denen Marketinganforderungen gemeinsam mit IT-Expert:innen validiert werden,

  • klare Priorisierungen, welche Tools strategisch relevant sind,

  • und regelmässige Austauschformate, um gegenseitiges Verständnis aufzubauen.

Denn IT lehnt neue Tools nicht ab, um Marketing zu bremsen – sondern, um die Komplexität und Sicherheitsrisiken beherrschbar zu halten.
Cybersecurity-Anforderungen, Datenschutz und Systemstabilität sind reale Herausforderungen, die IT-Abteilungen täglich managen müssen.

 

Was Marketing jetzt tun muss

Mein wichtigstes Learning: Marketing sollte weniger in Tools und mehr in Problemen und Anforderungen denken. Wenn wir mit der IT über unsere wirklichen Ziele sprechen – etwa über bessere Leadqualität, effizientere Datenflüsse oder automatisierte Customer Journeys – entsteht Verständnis. Dann kann die IT helfen, die passende Lösung zu finden, statt ein weiteres Tool zu verwalten.

Das Ziel ist nicht, dass Marketing eine Schatten-IT aufbaut.
Das Ziel ist, dass Marketing und IT gemeinsam eine integrierte, sichere und strategisch wirksame digitale Infrastruktur gestalten.

 

Fazit

Marketing braucht Relevanz, IT braucht Stabilität. Beides ist kein Widerspruch – sondern zwei Seiten derselben Medaille. Erst wenn beide Bereiche strategisch und partnerschaftlich zusammenarbeiten, entsteht das, was moderne Unternehmen wirklich brauchen: ein Marketing, das wirkt – und eine IT, die es möglich macht.

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Wie Marketing und IT eine gemeinsame Basis finden